Lebensfreude durch Musik
Jeden Mittwoch versammeln sich viele Bewohner des Seniorenheims St. Joseph in Solingen im großen Festsaal zum Singkreis. Es ist ein emsiges Treiben zu beobachten; von allen Stationen werden Bewohner gebracht oder kommen, wenn sie können, allein. Im Saal ist schon ein großer Kreis mit Stühlen vorbereitet, Liederbücher und kleine Musikinstrumente werden von den Therapeuten verteilt, freundliche Worte der Begrüßung und einladende Gesten zeigen den Bewohnern an, dass sie hier willkommen sind. Auch Herr N. mit der Mundharmonika ist schon im Flur zu hören. Er freut sich schon auf die musikalische Runde und begrüßt alle mit einem herzlichen "Hallo".
Heute bitten ihn die Musiktherapeuten in die Mitte, weil dort das Klavier, die Gitarre und die Querflöte stehen, mit denen die musikalische Runde begleitet wird. Schließlich gehört Herr N. mit der Mundharmonika ja auch zu den Musikern. Das Angebot erfüllt ihn mit Stolz, er läßt sich nicht zweimal bitten. Inzwischen füllt sich der Kreis, jetzt sind schon mehr als 40 Senioren versammelt, in freudiger Erwartung der nächsten gemeinsamen freudvollen Stunde. Nach einem sogenannten "warming up" mit einem Bewegungslied nach einer Walzermelodie mit einfachem Text sind alle auch innerlich angekommen. Jeder beteiligt sich auf seine Weise. Viele der Bewohner können sich kaum oder schwer bewegen, scheinen geistig abwesend zu sein oder schauen deprimiert vor sich . Doch schon nach wenigen Minuten verändert sich das Stimmungsbild deutlich. Wer sich nicht mehr bewegen kann, singt oder summt mit, schaut mit leuchtenden Augen umher, scheint aufzuwachen.
Heute bitten ihn die Musiktherapeuten in die Mitte, weil dort das Klavier, die Gitarre und die Querflöte stehen, mit denen die musikalische Runde begleitet wird. Schließlich gehört Herr N. mit der Mundharmonika ja auch zu den Musikern. Das Angebot erfüllt ihn mit Stolz, er läßt sich nicht zweimal bitten. Inzwischen füllt sich der Kreis, jetzt sind schon mehr als 40 Senioren versammelt, in freudiger Erwartung der nächsten gemeinsamen freudvollen Stunde. Nach einem sogenannten "warming up" mit einem Bewegungslied nach einer Walzermelodie mit einfachem Text sind alle auch innerlich angekommen. Jeder beteiligt sich auf seine Weise. Viele der Bewohner können sich kaum oder schwer bewegen, scheinen geistig abwesend zu sein oder schauen deprimiert vor sich . Doch schon nach wenigen Minuten verändert sich das Stimmungsbild deutlich. Wer sich nicht mehr bewegen kann, singt oder summt mit, schaut mit leuchtenden Augen umher, scheint aufzuwachen.
Die Therapeuten verteilen Musikinstrumente an die Bewohner ihren Fähigkeiten entsprechend. Zahlreiche kleine Rasseln, Schellenringe, Kastagnetten oder Handtrommeln machen die Runde. Schon beim nächsten Lied hört man sie. Jeder versucht sich einzubringen, dabei sind alle immer auf der Suche nach Blickkontakt. Wird der Blick erwidert, sieht man Freude und spürt die daraus entstehende Motivation zu "neuen Taten". Auch stimmlich nimmt der große Kreis immer mehr an Volumen zu. Es ist erstaunlich, wie viele Strophen die Senioren noch auswendig beherrschen. Die Liedauswahl besteht aus einer bunten Mischung alter Volkslieder, Tanz- und Schunkellieder, Schlager aus vergangenen Zeiten und religiösen Liedern. Manchmal erzählt ein Bewohner dazu eine Geschichte, wie man sich unter der alten Linde beim "Ännchen von Tharau" das erste Mal geküßt hat... Gemeinsames Singen - gemeinsame Liedkultur - beides verbindet. Es entsteht Kontakt zum Nachbarn, man erinnert sich an gemeinsame Zeiten, teilt gemeinsame Erlebnisse, läßt vergangenes zumindest in Wort und Gedanken wieder entstehen. Nach dem Singkreis ist die Stimmung deutlich heller geworden. Mancher hat sich zum Abschiedswalzer erhoben und verläßt den Saal tanzend. Viele summen noch die letzte Melodie, alle verabschieden sich mit schwingenden, winkenden Armen und guten Wünschen bis zum nächsten Mal. Viele unterhalten sich angeregt bis sie abgeholt werden oder gehen gemütlich schwätzend Arm in Arm zum Mittagessen auf ihre Station. Einige kommen zu den Therapeuten und bedanken sich für die fröhliche Stunde. Alle wirken irgendwie erfrischt und belebt. Sicher ist - jeder ist auf seine Kosten gekommen, hat Austausch und Verbundenheit in der Gemeinschaft erlebt. Ein Stück Selbstbewußtsein durch eigene Aktivität durch kreatives Handeln gespürt. Dabei spielte körperliche und geistige Einschränkung keine Rolle, ja konnte für eine Weile vielleicht vergessen werden.