Musiktherapie

Musiktherapie ist ein prozeßorientiertes psychotherapeutisches Verfahren. Kernpunkt dieser Therapie ist die freie Improvisation mit unterschiedlichen rhythmischen bzw. melodischen Instrumenten. In der improvisatorischen Interaktion entstehen Prozesse, die Szenen und Atmosphären der einzelnen Lebensgeschichten der Teilnehmer wiederspiegeln. In der Musik werden diese Prozesse sichtbar, spürbar, hörbar und erlebbar gemacht. Diese Möglichkeit des individuellen Ausdrucks ist grundlegende Voraussetzung für eigene Reflexion und Entwicklung. Durch die unmittelbare Wirkung von Musik auf das limbische System , ein Teil des Gehirns, welcher für Gedächtnis, Lernverhalten und Gefühle zuständig ist, erreicht Musiktherapie auch Menschen mit schwersten Hirnschäden.

Möglichkeiten eines musiktherapeutischen Settings im Altenheim

Musiktherapie erreicht auch für Bewohner mit großen körperlichen und seelischen Schädigungen. Es gibt Einzel- und Gruppentherapie. In den Einzeltherapien wird der Bewohner individuell seinen seelischen und körperlichen Möglichkeiten entsprechend begleitet. Sinneserfahrung Erlebnisaktivierung Förderung der Ausdruckfähigkeit soziale Integration psychodynamische Einstimmung sind Grundlagen der Einzel- und Gruppentherapien. In einer einstündigen Morgenrunde werden die Bewohner der Kurzzeitpflege täglich mit Musiktherapie und kreativen Materialien in wohnlicher Atmosphäre im Kaminzimmer eingestimmt. Montags besteht eine knapp einstündige Gruppentherapie für die Bewohner der Wachkomastation der Langzeitschwerstpflege, in der perzeptive Wahrnehmung auf verschiedenen Sinneskanälen mit Musik gefördert wird. Mit Hilfe von Praktikanten werden musikalische Improvisationen im Bereich der Kurzzeit- und Langzeitschwerstpflege durchgeführt, um die Atmosphäre auf den Stationen zu beleben.
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Zielsetzung der Musiktherapie

  • Zentrierung, Sammeln (durch bewußte Eigenwahrnehmung und Erleben auf verschieden Sinnesebenen)
  • Loslassen /Entspannen (in der Musik fließen Gedanken und Blockaden)
  • Erlebnisaktivierung (man entdeckt neue kreative Fähigkeiten durch "Spielen". Freude motiviert!
  • Förderung von Kontaktfähigkeit (in der Musik fällt das kommunizieren leichter auch nonverbal)
  • Ausdruck und Bearbeitung von eigenen Emotionen
  • Förderung von seelischer Ausgeglichenheit, Lebensfreude
  • soziale Interaktion
  • Ressourcenaktivierung
  • Förderung der Stimme, Atmung
  • Krisenintervention
  • Begleitung depressiver bzw psychotischer Phasen
  • Auffangen seelischer und körperlicher Erschöpfungszustände
  • Kommunikationsanbahung (speziell bei Menschen mit schweren Hirn- bzw. Sprachstörungen wie Wachkomapatienten, Schlaganfallspatienten, Alzheimer-, Demenz- patienten
  • psychophysische Begleitung beim Parkinsonsyndrom
  • Förderung der körperlichen und seelischen Wahrnehmung durch Klangmas- sagen
  • Begleitung von Unruhezuständen (verwirrte Bewohner)
  • Sterbebegleitung

Musiktherapie ist vielseitig und tiefgreifend einsetzbar. Sie erreicht auch Bewohner, die in anderen Therapieformen nicht mehr erreicht werden, sie bietet Handlungs- und Spielräume auch für stark eingeschränkte Menschen. Musik kann sowohl aktiv als auch passiv aufgenommen werden und somit für jeden Bewohner eine Bereicherung im Alltag anbieten.