Klang-Erlebnisse in der Schule

Mettmann "Los, spielt doch mal den Frosch!", fordert Birgit van Beuningen die Schüler der Klasse 2b im Musiksaal der Grundschule am Neandertal auf. Der hohle Holzfrosch schmiegt sich in Kinderhände und ein Streichen mit dem Holzschlegel über den gerippten Rücken ergibt tatsächlich hallendes Froschgequake. Wie ein Schlaraffenland der Klänge liegen die Musikinstrumente der Musiktherapeutin ausgebreitet auf dem Boden. Durch Elterninitiative ist der zweistündige Kurs der Gastdozentin zustande gekommen.
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Hohlräume sind Verstärker Eine Kalimba ist ein Daumenklavier, das man zu zweit spielt und das fernöstliche Klänge erzeugt, ein Saxophon ist ein Holzblasinstrument auch wenn es größtenteils aus Metall besteht, sagt die Dozentin. Wodurch verschiedene Klänge erzeugt werden, erfahren die Schüler ebenfalls. Holräume sind Klangverstärker. Mit Stimme und Händen können die Kinder die These hautnah verifizieren. Aber auch am eigenen Körper lässt sich Klang erfahren. Die Musiktherapeutin hatt eine Körpertambura mitgebracht, ein Instrument, das wie ein Holzkasten aussieht, der etwa die Größe eines menschlichen Rumpfs hat und acht Zentimeter hoch ist. Die gewölbte Seite des Geräts passt sich der Körperwölbung eines Menschen an und wenn die Saiten angespielt werden, wird der darunter liegende menschliche Körper ebenso zum Instrument. Mensch und Tambura schwingen gemeinsam in derselben Frequenz. Eine zelluläre Aufnahme der "Musik" findet auch über Haut und Knochenleitungen statt. "Das kribbelt und ist ganz gemütlich!" finden die Schüler, die die Tambura erleben. In Südindien wird ein ähnliches Instrument, die "Tanpura" bei der Geburtsvorbereitung eingesetzt, hier im abendländischen Raum wurde die Körpertambura zu rezeptiven Therapiezwecken unter anderem für Wachkomapatienten entwickelt, die wie irgit van Beuningen auch den Schülern erklärt, so wieder lernen, ihren eigenen Körper zu fühlen und zu benutzen. Chor für Schlaganfall-Patienten Zusätzlich zu ihrer Arbeit mit Wachkomapatienten plant die Musiktherapeutin bald einen Chor für Schlaganfall-Patienten zu gründen. Die Mutter von drei Söhnen hat über zehn Jahre Berufs-, Aus- und Weiterbildung hinter sich: "Ich wollte die Zeit der Kindererziehung einfach auch für mich nutzen", erklärt sie. Bei soviel Energie wird sie wohl noch so manches Projekt umsetzen.

Quellenangabe: Sabine Schölling, Klang-Erlebnisse in der Schule, Rheinische Post, 31.10.2006